In-situ-Analyse von bis zu sechs Komponenten im Prozessgas

Der Procal 2000 ist ein in-situ-Analysator zur kontinuierlichen Messung von bis zu sechs verschiedenen Gasen im Abgasstrom. Die Messung erfolgt mittels Infrarotabsorption für bis zu acht Kanäle. Dazu werden IR-Lichtimpulse mit zwei bestimmten Wellenlängen pro zu messender Komponente durch die Messzelle geleitet und von einem Detektor erfasst. Der Messimpuls wird von dem zu messenden Gas teilweise absorbiert, wohingegen der Referenzimpuls unverändert bleibt. Aus der Differenz der beiden Messwerte wird die Konzentration für die entsprechende Komponente gebildet. Um sechs Komponenten simultan messen zu können, werden die Wellenlängen für die Referenzimpulse teilweise gemeinsam genutzt. Da die verwendeten Wellenlängen ein sehr selektives Absorptionsverhalten bezogen auf die zu messende Komponente aufweisen, sind Querempfindlichkeiten wie zum Beispiel auf Wasser vernachlässigbar.

Ein typisches System besteht aus dem in-situ-Analysator mit integrierter Kalibrierfunktion und einer Überwachungseinheit. Die Sonde des Procal 2000 hat einen gesinterten Ein- und Auslass für das Messgas. Das Gas diffundiert automatisch durch die Sonde, was eine aufwändige Probenahme oder Probenaufbereitung überflüssig macht. Durch die integrierte Kalibrierfunktion kann automatisiert Nullluft und Prüfgas im laufenden Prozess aufgegeben und eine Kalibrierung durchgeführt werden. Der Procal 2000 benötigt einen sehr geringen Wartungsaufwand und liefert somit eine Verfügbarkeit von über 98 % je nach Anwendung. Ein großer Vorteil liegt darin, dass für die Messung jeder einzelnen Komponente wie auch der Nullluft und des Prüfgases derselbe optische Pfad und die gleichen Systemkomponenten genutzt werden.

Durch das in-situ-Messverfahren wird nur ein Flansch zur Installation benötigt. Vibrationen haben keinen Einfluss auf die Messung. Es stehen beheizte Sonden sowie Bypasslösungen und weitere Optionen zur Verfügung.

 

Merkmale

  • Mehrkomponentengasanalyse​
  • Direkte in-situ-Messungen​
  • Automatische Signalüberprüfung und Rekalibrierung​
  • Normalisierung von Sauerstoff- oder CO2-Messung
  • Flanschanschluss​
  • Niedrige Wartungskosten​
  • ATEX/IEC

Anwendungen

Verbrennungsprozesse aller Art, zum Beispiel:​

  • Kraftwerke​
  • Zementindustrie​
  • Thermische Abfallbehandlung​
  • Raffinerien​
  • Karton- und Papierindustrie​
  • Chemische Industrie​
  • Glasindustrie​
  • Stahlindustrie